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Vertrauen bleibt erschüttert

Die Wirtschaftskrise glauben die Deutschen weitgehend überwunden zu haben. Doch das Vertrauen in Konzerne und Großbanken bleibt erschüttert. Zu diesem Ergebnis kommt der Ethik-Monitor 2009 der Stiftung Wertevolle Zukunft. Die Bundesbürger beurteilen die wirtschaftliche Lage Deutschlands in der zweiten Jahreshälfte deutlich besser als noch in der ersten. Dennoch fordern sie weiterhin klare und feste Schranken für die Wirtschaft seitens der Bundesregierung. Dies hat der Ethik-Monitor 2009 ergeben, eine repräsentative Studie der Stiftung Wertevolle Zukunft in Zusammenarbeit mit der Zeppelin Universität.

Quantensprung bei der Bewertung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands durch die Bundesbürger

Die durchschnittliche Note, die die Bundesbürger der wirtschaftlichen Lage Deutschlands auf einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut) erteilen, hat sich in der zweiten Jahreshälfte von 2,39 auf 2,65 verbessert. Professor Joachim Behnke von der Zeppelin Universität hält diese Erhöhung um 0,26 Skalenpunkte für „geradezu dramatisch“: „Die Veränderungen bezüglich Deutschlands bei der wirtschaftlichen Lage sind nicht nur im statistischen Sinne höchstsignifikant, sondern bedeuten auf der substanziellen Ebene gewissermaßen einen Quantensprung. Der von der Wirtschafts- und Finanzkrise ausgehende Schock ist schon wieder weitgehend ausgestanden, und es gibt eine Rückkehr zu mehr oder weniger normalen Verhältnissen.“

Glaube an die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems erschüttert – Mehrheit der Anhänger von Großbanken fordert staatliche Eingriffe in die Wirtschaft

Was auch nach der „Rückkehr zur Normalität“ bleibt, ist ein massives Vertrauensdefizit. Nur noch 32 Prozent der Bundesbürger glauben an die Funktionsfähigkeit des Wirtschaftssystems, an die des Finanzsystems sogar nur 12 Prozent. Misstrauen besteht insbesondere gegenüber den Großbanken. Gerade einmal 7 Prozent schenken ihnen Vertrauen. Bezüglich der Frage, welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, ist das Votum der Befragten klar: 60 Prozent fordern klare und feste Schranken für die Wirtschaft seitens des Staates. Bezeichnend ist, dass auch eine eindeutige Mehrheit von 60 Prozent derjenigen, die immer noch Vertrauen in Großbanken haben, mittlerweile einen stärkeren Eingriff des Staates in die Wirtschaft befürwortet. In der ersten Jahreshälfte waren dies nur halb so viele.

Bundesbürger loben Krisenbewältigungsmaßnahmen der Bundesregierung – zugleich unterstellen 67 Prozent ihr Steuerverschwendung

Die Forderung nach staatlichen Interventionen geht einher mit einem enormen Vertrauensgewinn von Bundesregierung und Bundestag. Mit 31 Prozent der Befragten haben beispielsweise mehr als doppelt so viele Bundesbürger Vertrauen in die Bundesregierung als noch 2006. Grund dafür ist u. a. die hohe Akzeptanz der Maßnahmen, die die Regierung zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise ergriffen hat. Lediglich ein Viertel der Befragten hält sie für falsch. Das Paradoxe: Obwohl die Bundesregierung sich nach außen hin als Krisenbewältiger präsentieren kann, wird ihr selbst wenig Finanzkompetenz attestiert. Zwei Drittel der Befragten stimmen dem Statement zu, dass die Bundesregierung einen Großteil der Steuern für unnötige Ausgaben verschwendet.

Mehr Infos zum Ethik-Monitor 2009 finden Sie hier.

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