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Projektwoche diskurslernen

diskurslernen ist ein erprobtes Unterrichtsformat, bei dem Schüler zu einem in Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft kontrovers diskutierten Thema, Stellung beziehen. In den Jahren 2012 und 2013 stand die Kontroverse um eine gesetzliche Frauenquote für Führungspositionen in großen Unternehmen im Mittelpunkt der Projektwochen. Insgesamt 6 Hamburger Schulen und über 100 Schülerinnen und Schüler nahmen daran teil.

Zu Beginn des Jahres 2012 zeigte der Blick auf die Vorstände und Aufsichtsräte der DAX-Unternehmen: lediglich acht Prozent der Posten sind mit Frauen besetzt. Während manche Konzerne auch zwei Jahre nach einer entsprechenden Selbstverpflichtung noch keine Maßnahme ergiffen haben, wird in anderen Chefetagen bereits gehandelt. Das Thema um eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote für das gehobene Management hat bis ins Jahr 2014 hinein nicht an Aktualität verloren. Quer durch die Reihen der Betroffenen, der Parteien aber auch quer durch die Regierung und ihre Ministerien verläuft der gesellschaftliche Diskurs kenntnisreich und konstruktiv - und immer wieder auch emotional aufgeladen.

Wir fragten die diskurslernen-Projektteilnehmer: Welchen Wert messt ihr der ungleichen Verteilung von Spitzenämtern an Männer und Frauen in großen Unternehmen zu? Welche Ursachen seht ihr und welche politischen Steuerungsinstrumente haltet ihr für sinnvoll, gerecht und angemessen?

diskurslernen - mitreden in der sozialethik - ist als viertägige Projektwoche konzipiert, in der die Schülerinnen und Schüler an einem Diskursprozess zu einer gesellschaftlich kontrovers diskutierten Streitfrage teilnehmen und dazu eine gemeinsame Stellungnahme erarbeiten. In einer Informationsphase eignen sich die Teilnehmer Sachkompetenz zu den gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen und ethisch-rechtlichen Hintergründen des Themas an. In der zweiten Phase der Meinungsbildung findet ein Diskurs mit eingeladenen Experten aus Politik, Kultur und Wirtschaft statt. Schließlich formulieren die Teilnehmer gemeinsam ein Votum, das auf einer Abschlussveranstaltung der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Indem dieser Diskursprozess von einer zweiten kleineren Projektgruppe begleitet wird, welche als diskurslernen-Journalisten ein projekteigenes Medienformat erstellen, sieht sich die Diskursgruppe von Anfang an einer ersten Öffentlichkeit gegenüber.

Das Projekt diskurslernen ruht derzeit, da ein neues Schulprojekt zum Thema Wirtschaft und Verantwortung konzipiert und erprobt wird.

Ansprechpartner

Dr. Christine Kolbe
Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik
christine.kolbe@stiftung-wirtschaftsethik.de
+49 40 8787 905 70