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Ethische Risikoanalyse zur Kakaobranche

Für Kakaofarmer sind die Arbeitsbedingungen hart, die Einkommen spärlich und die Aussichten aufgrund der ökologischen Folgeerscheinungen des Anbaus zunehmend schlecht: Die Probleme am Beginn der Wertschöpfungskette von Schokolade bleiben weit mehr als nur ein bitterer Beigeschmack der beliebten Süßigkeit – und gefährden die Zukunft der gesamten Branche. Denn während die Berichte über Kinder im Ernteeinsatz statt in der Schule nicht abreißen, stehen die fortwährend in ihrer Existenz gefährdeten Bauern vor immer größeren Schwierigkeiten, Nachfolger für die Bewirtschaftung ihrer Felder zu finden. Jenseits der Reputationsrisiken als Folge der Situation in den afrikanischen Anbauregionen wächst aus Sicht der Schokoladenhersteller damit die Sorge, ob der Rohstoff Kakao auch morgen noch ausreichend verfügbar sein wird.

Zwar setzt sich eine bemerkenswerte Vielzahl an Multistakeholder-Initiativen für Verbesserungen ein, doch die Collective Action zeigt bislang wenig Wirkung. Damit bleibt das große Veränderungspotenzial der Branche hin zu mehr Nachhaltigkeit weitgehend ungenutzt. Die Analyse „Kakao. Eine ethische Risikoanalyse“, im März 2017 als zweiter Band der Reihe era-paper erschienen, nimmt die Governance-Architektur des Sektors in den Blick. Als Ergebnis einer systematischen Analyse bieten die Autoren einen durchaus überraschenden Erklärungsversuch an, warum die gemeinsame Zielsetzung der Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik (noch) nicht zum Erfolg führt: Demnach ist es gerade die Harmonie der gemeinsamen Initiativen, die einer klaren Rollenverteilung und dem notwendigen kritischen Diskurs im Wege zu stehen droht. Darüber hinaus bremsten die starke Machtasymmetrie zwischen den Akteuren, mangelhafte Transparenz in Bezug auf Finanzierung und Impact sowie eine gegenseitige Verantwortungszuschreibung den Erfolg der Projekte. 

Das era-paper „Kakao. Eine ethische Risikoanalyse“ ist als PDF-Download (rechts auf dieser Seite) sowie auf Anfrage kostenlos als Druckversion erhältlich.

 

 

Ansprechpartnerin

Dr. Christiane Hellar
Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik

christiane.hellar@stiftung-wirtschaftsethik.de
+49 40 8787 905 70