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Ethische Risikoanalyse zu Elektrorecycling

Das erste era-paper wirft einen kritischen Blick auf die Wertschöpfungskette des Elektrorecyclings mitsamt ihren sozialethischen und ökologischen Risikofeldern. Im Rahmen einer Politikfeldanalyse werden die Gründe für die Diskrepanz zwischen einer ausdifferenzierten, verpflichtenden Regelungsstruktur und ihrer mangelhaften praktischen Umsetzung untersucht. Neben der häufig beklagte Ressourcen- und Personalausstattung bei den zuständigen Institutionen zeigen sich erhebliche Schwachstellen im Kontroll- und Sanktionsapparat. Die Analyse ergibt, dass falschen Anreizsystemen ein noch größerer Einfluss zugeschrieben werden muss, da sie es ökonomisch attraktiv machen, die Regelungsstrukturen zu unterlaufen und bestehende rechtliche Grauzonen einseitig auszunutzen. Dies betrifft vor allem den außereuropäischen Handel mit Elektroaltgeräten, bei dem die Grenze zwischen Illegalität und Legalität und daher auch die Trennung zwischen rechtmäßigem Gebrauchtwarenexport und illegalem Elektroschrottexport fließend ist und die gesetzlichen Vorgaben daher leicht unterwandert werden.

Um die Wirksamkeit der bestehenden Regelungsdichte zu erhöhen und Ansatzpunkte für gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu definieren sowie ethisch-soziale und ökologische Risiken zu minimieren, werden in der Studie Maßnahmen und Stellschrauben („Hebel der Veränderung“) identifiziert. Dazu gehören neben der Sensibilisierung der Konsumenten und verbesserter Rücknahmesysteme die Schaffung von Transparenz hinsichtlich der Geschäftstätigkeiten der Marktteilnehmer und die Überarbeitung der Anreizstruktur an den Stellen, wo diese der gesetzlichen Rahmenordnung zuwiderläuft.

 

Ansprechpartnerin

Dr. Christiane Hellar
Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik

christiane.hellar@stiftung-wirtschaftsethik.de
+49 40 8787 905 70


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