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Globale Wertschöpfungsketten von Mobiltelefonen: Transparenz und Handlungsoptionen

Hintergrund: Komplexe Produktionskette

Die Herstellung von Mobiltelefonen hat mehrfach für negative Schlagzeilen gesorgt. Seit mehreren Jahren geht es in den Presseberichten und Studien meist um ein spezielles Schwermetall, ohne das kein modernes Handy auskommt: Tantal. Dieses kommt in großen Mengen im Osten der Demokratischen Republik Kongo vor. Dort haben in den vergangenen 15 Jahren Milizen ihren Krieg unter anderem durch die Besteuerung der Förderung des Erzes, aus dem Tantal gewonnen wird, oder auch durch den direkten Handel mit diesem finanziert.

Tantal ist allerdings nur ein Beispiel für die Probleme entlang der Produktionskette von Mobiltelefonen. Auch die Förderung anderer Metalle, die für die Herstellung von Handys benötigt werden – vom Aluminium über Kupfer bis hin zu Gold - führt in einigen Abbauregionen zu erheblichen menschenrechtlichen und ökologischen Problemen.

Der Weg von diesen Rohstoffen zu den Handys führt über mehrere Stufen. Die Endfertigung der meisten Mobiltelefone findet mittlerweile in China statt – wo in den vergangenen Jahren mehrfach äußerst schlechte Arbeitsbedingungen in Fabriken aufgedeckt wurden.

Diese kurze Zusammenfassung zeigt bereits, wie komplex die Produktionskette ist. Eben diese Komplexität führt dazu, dass es schwierig wird, bei Missständen Verantwortliche zu identifizieren: Sind beispielsweise die Betreiber der Fabriken in China für schlechte Arbeitsbedingungen verantwortlich, oder die Technologiekonzerne, die ihre Aufträge an die billigsten Anbieter vergeben? Und wer ist verantwortlich, wenn Tantal aus einer Mine verwendet wird, die von Milizen kontrolliert wird und wo äußerst schlechte Arbeitsbedingungen herrschen?

Projektziel und Projekt Outcome

Das Projekt soll diese komplexen Zusammenhänge erfassen und anschaulich darstellen. Damit soll ein Beitrag zu mehr Transparenz in der Produktionskette von Mobiltelefonen geleistet werden. Ziel der Studie, die Ausgangspunkt und Grundlage der weiteren Aktivitäten betrifft, ist es, die Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und den Verkauf bis hin zur Entsorgung darzulegen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob der Anteil der Entwicklungsländer an der Wertschöpfung diesen eine eigene Weiterentwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft ermöglicht.

Während des gesamten Projektzeitraums werden laufende Debatten über die Ausweitung des Verantwortungsbereiches der Unternehmen für ihre Zulieferketten aufgegriffen und vertieft: Es sollen Informationen zur Verfügung gestellt werden, mit denen bei Unternehmen das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Transparenz ihrer Wertschöpfungsketten geschärft werden kann. Mit den Unternehmen sollen Ansatzpunkte für eine Beseitigung von Missständen entlang der Produktionsketten diskutiert werden.

Auch politischen Entscheidungsträgern sollen Informationen an die Hand gegeben werden, die sie bei der Festlegung des rechtlichen Rahmens für Unternehmen unterstützt. Darüber hinaus können erstere aus der Debatte über Wertschöpfungsketten Rückschlüsse für die Vorgaben im Bereich der öffentlichen Beschaffung ziehen.

Schlussendlich soll für Konsumentinnen und Konsumenten mehr Transparenz geschaffen werden. Um die Erkenntnisse über die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen breiter zu streuen, werden Materialien sowohl für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit als auch für Schulen erstellt.

Ansprechpartner

Dr. Christiane Hellar
Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik

christiane.hellar@stiftung-wirtschaftsethik.de
+49 40 8787 905 70