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Podiumsdiskussion zu Nachhaltigkeit in der Kakaobranche

Dr. Christiane Hellar (Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik) und Florian Schütze (Lidl)

Auf dem Podium diskutierten Ulrike Hiller (Staatsrätin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Entwicklungszusammenarbeit, Freie Hansestadt Bremen), Wolf Kropp-Büttner (Vorstandsvorsitzender des Forums Nachhaltiger Kakao), Fridolin Frost (Geschäftsführer Snacks für Mondelēz International in Deutschland und Österreich), Heike Hauerken (Leiterin Unternehmenskommunikation bei Mondelēz Deutschland und Österreich), Gina Ama Blay (Botschafterin von Ghana), Florian Schütze (Head of CSR, Lidl International), Dr. Christiane Hellar (Stellvertretende Leiterin der Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik) sowie Moderatorin Barbara Scherle (v. l.)

Auf Einladung des US-amerikanischen Lebensmittelkonzerns Mondelēz (u. a. Hersteller von „Milka“) haben am 22. November 2018 in Berlin Expert/innen aus Politik, Industrie und Handel dringende Herausforderungen für einen nachhaltigeren Kakaosektor diskutiert.

Als Vertreterin der Zivilgesellschaft forderte Dr. Christiane Hellar, stellvertretende Leiterin der Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik, die Machtasymmetrien innerhalb der Kakao-Wertschöpfungskette mehr als bisher in den Blick zu nehmen. Nur so ließen sich notwendige strukturelle Veränderungen erreichen. Die Farmerinnen und Farmer seien nach wie vor weder politisch noch wirtschaftlich ausreichend repräsentiert. Ihre Integration in die Ausgestaltung gerade von Projekten in den Produzentenländern, etwa zur Vermeidung von Kinderarbeit und Verbesserung von Anbaumethoden, müsse dringend gestärkt werden.

Viel Übereinstimmung gab es unter den Podiumsgästen hinsichtlich der derzeitigen Situation in Ghana und der Côte d`Ivoire. Nach dem erheblichen Preisverfall in den letzten Jahren sei in erschreckendem Ausmaß deutlich geworden, wie wenig sich die Lebenssituation der Bäuerinnen und Bauern tatsächlich gebessert habe. Das gelte selbst für Familien, die zertifizierten Kakao produzierten oder von unternehmenseigenen Programmen für einen nachhaltigeren Kakaoanbau profitierten.

Die Ernüchterung über die derzeitige Situation führte bei den Diskutanten zu einem Plädoyer, die gemeinsamen Anstrengungen weiter zu verstärken. Dr. Christiane Hellar wies darauf hin, dass darüber hinaus die Schaffung eines regulatorischen Rahmens wesentlich sei.  Widerspruch kam diesbezüglich interessanterweise von politischer Seite: Ulrike Hiller, Staatsrätin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Entwicklungszusammenarbeit der Freien Hansestadt Bremen, äußerte sich skeptisch über die Notwendigkeit gesetzlicher Maßnahmen. Dagegen verdeutlichte Florian Schütze, Head of CSR Lidl International, als Vertreter des Handels den Stellenwert eines Level Playing Fields. Gerade Unternehmen, die verstärkt ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachkämen, müssten durch eine geeignete Regulierung im Wettbewerb geschützt werden.

Wenngleich die von der Ghanaischen Botschafterin Gina Ama Blay mit einer Keynote eingeleitete Diskussion insgesamt wenig kontrovers verlief: Der Abend zeigte erneut, dass neue Wege gefunden werden müssen, um spürbare Veränderungen zugunsten der Farmerinnen und Farmer zu erreichen. Ein wichtiger Schritt in Richtung eines nachhaltigeren Kakaosektors wäre die Verbesserung der Rückverfolgbarkeit, für die unter anderem die Verkürzung der Wertschöpfungskette ein wirksamer Treiber sein könnte.

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