Wertschöpfungskette Spielzeug
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- Ökologische
Indikatoren -
Emissionen, Abwässer und Abfälle
Wie in allen produzierenden Branchen birgt auch die Spielwarenproduktion Risiken für die Umwelt. Besonders im Pearl River-Delta, wo die meisten Spielwarenfabriken stehen, ist die Lage kritisch. Abfälle und Abwässer fließen oft ungefiltert in die Flüsse. Farben, Kunststoffe, Klebstoffe und Lösungsmittel verschmutzen Wasser und Luft, weil man sie unsachgemäß einsetzt. Dennoch trägt die Spielwarenindustrie insgesamt nur einen geringen Anteil zu dieser Umweltbelastung bei.
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Ressourcenverbrauch
Die Beschaffung von Ressourcen in der Wertschöpfungskette von Spielwaren birgt nur wenige branchenspezifische Risiken. Doch die Produktion von Kunststoffspielzeug erfordert große Mengen an Plastikrohstoffen wie Polyethylen, Polypropylen und Kunstharzen, die teils aus Rohöl gewonnen werden.
- Biodiversität
- Transportemissionen
- Tierschutz
- Menschenrechte
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Diskriminierung
In Spielwarenfabriken arbeiten überwiegend junge bis mittelalte Frauen, die oft als Wanderarbeiterinnen vom Land in die Industrieregionen ziehen. Arbeitgeber bevorzugen junge Frauen, weil sie ihre Rechte meist nicht kennen und wegen ihres Status oder fehlender Aufenthaltsgenehmigung kaum verhandeln können. Religiöse oder rassistische Diskriminierung kommt in diesen Fabriken hingegen selten vor.
- Interessen der lokalen Bevölkerung
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Kinderarbeit
Kinderarbeit kommt in der Spielwarenbranche vor, vor allem in saisonalen Produktionsspitzen. Doch zählt sie nicht zu den drängendsten Problemen. Laut ILO darf das Mindestalter für Erwerbsarbeit je nach nationalem Gesetz zwischen 14 und 16 Jahren liegen, bei leichter Arbeit sogar ab 12 Jahren. In China gilt ein Mindestalter von 16 Jahren. Schwierig bleibt es, das Alter der Arbeiterinnen zu überprüfen. Minderjährige, die sich mit gefälschten Ausweisen in Fabriken einschleusen, sind jedoch wohl Einzelfälle.
- Zwangs- und Pflichtarbeit
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Gewerkschaftsfreiheit
Neben der sozialen Absicherung gefährden fehlende Mitspracherechte bei Löhnen und Arbeitsbedingungen die Beschäftigten besonders. In China existiert nur eine staatliche Gewerkschaft, der alle Mitarbeitervertretungen der Provinzen angehören müssen. Diese steht unter der Kontrolle der Kommunistischen Partei Chinas. Demokratisch gewählte Belegschaftsvertretungen sind selten und oft von der Fabrikleitung beeinflusst. Zudem erschwert die hohe Fluktuation der Arbeiter:innen in den meisten Fabriken die Arbeit unabhängiger Interessenvertretungen.
- Arbeitspraxis/
-qualität -
Beschäftigungs-
verhältnisDie Arbeitsbedingungen in den Fabriken bergen erhebliche Risiken, vor allem bei Bezahlung und Arbeitszeiten. Drei Hauptprobleme stehen im Fokus: zu lange Arbeitszeiten, fehlende oder gebrochene Arbeitsverträge und unzureichende Entlohnung. Oft erhalten die Arbeiter:innen keinen Mindestlohn oder erreichen ihn nur durch extreme Überstunden. Bei Akkordarbeit bezahlt man sie nicht nach Stunden, sondern nach der Menge der produzierten Spielzeugteile. In chinesischen Spielwarenfabriken arbeiten Beschäftigte häufig 12 bis 13 Stunden täglich. Diese Überstunden vergütet man nicht gemäß den gesetzlichen Vorgaben.
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Arbeitssicherheit und Gesundheit
Massive Überstunden erhöhen das Verletzungsrisiko. Ursache der langen Arbeitszeiten ist die saisonal geprägte Einkaufspolitik der Unternehmen. In vielen Fabriken missachten die Betreiber Sicherheitsnormen. Die Maschinen zur Verarbeitung der Kunststoffrohmasse, die sich auf bis zu 300 Grad erhitzt, und die fehlende Lüftung machen die Arbeitsräume unerträglich heiß. Zudem setzen die Betriebe giftige Lacke und Klebstoffe ein. Die Unterkünfte der Arbeiter:innen sind überfüllt, unhygienisch und bieten keine Privatsphäre. Wer durch Krankheit oder Verletzungen ausfällt, bekommt oft weder Lohn noch Entschädigung.
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Diskriminierung/ Diversity
In Spielwarenfabriken arbeiten überwiegend junge bis mittelalte Frauen, die oft als Wanderarbeiterinnen vom Land in die Industrieregionen ziehen. Arbeitgeber bevorzugen junge Frauen, weil sie ihre Rechte meist nicht kennen und wegen ihres Status oder fehlender Aufenthaltsgenehmigung kaum verhandeln können. Religiöse oder rassistische Diskriminierung kommt in diesen Fabriken hingegen selten vor.
- Governance
- Korruption, Bestechung, Vorteilsannahme
- Wettbewerbswidriges Verhalten
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Compliance
Die Produktentwicklung erfolgt meist im Heimatland der Markenunternehmen. Probleme entstehen, wenn Entscheidungen in dieser Phase die Produktspezifikationen für die Produzenten in China zur Herausforderung machen. So nehmen Hersteller Aufträge an, obwohl sie die komplexen Anforderungen möglicherweise nicht umsetzen können. Nationale Arbeitszeitgesetze oder Branchenstandards werden in manchen Zulieferbetrieben trotz Zertifizierungen und Audits nicht immer eingehalten.
- Steuerhinterziehung
- Bad Governance
- Produkt-
verantwortung -
Kundensicherheit
Die Sicherheit von Spielzeug ist für Endkunden entscheidend. Einerseits betrifft sie die geplante Gestaltung: vorgeschriebene Qualitätsstandards wie Entflammbarkeit oder die Stabilität kleiner Teile. Andererseits können Farben und Lacke unbeabsichtigt problematische Stoffe enthalten, die Kinder gefährden – oft zunächst unbemerkt.
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Kennzeichnung von Produkten
Die Kennzeichnung von Produkten birgt im letzten Schritt der Wertschöpfungskette von Spielwaren – im Marketing und Vertrieb – ein großes Risiko: falsche Angaben. Oft täuschen Hersteller durch ungenaue oder bewusst irreführende Informationen. So bleibt die Angabe des Herkunftslandes bei Spielzeug freiwillig. Stattdessen nutzen manche den Aufdruck „Designed in Germany“, um vom guten Ruf deutscher Produkte zu profitieren, obwohl die Herstellung in China erfolgt.
- Marketing, Werbung
- Schutz der Kundendaten
- Ökologische
Spielzeug – eine ethische Risikoanalyse
Rund 80 Prozent der weltweit produzierten Spielzeuge stammen heute aus China, vor allem aus der Provinz Guangdong, die so groß ist wie Baden-Württemberg und so viele Menschen zählt wie Westeuropa.
In China arbeiten über vier Millionen Menschen in der Spielzeugherstellung, meist in zahllosen kleinen Zulieferbetrieben. Das Geschäft ist stark saisonabhängig: Die Auftragsschwankungen führen zu vielen befristeten Jobs in der Zulieferindustrie. Fast 60 Prozent des Spielzeugumsatzes entfallen auf die Vorweihnachtszeit im November und Dezember.
Die ethische Risikoanalyse konzentriert sich auf die traditionelle Spielwarenbranche, insbesondere auf amerikanische und europäische Marken sowie chinesische Zulieferer. Sie untersucht sozialethische und ökologische Risiken, lässt jedoch die Themen Spielzeugsicherheit, pädagogische Aspekte von Spielwaren und den Bereich der Video- und Computerspiele außen vor.
Folgende Risiken sind in der Spielzeug-Branche besonders schwerwiegend: